Stopover in Doha – ein Tag wie im Phantasialand

Stopover in Doha/ Katar. Türkisfarbenes Meer, weißer Sand, leuchtende Farben überall. Vermeintlich alte Marktgebäude- in Wirklichkeit vor nicht einmal 10 Jahren gebaut. Die Böden überall so sauber, dass man davon essen möchte, weiß gekleidete Männer und schwarz verhüllte Frauen gehen einem geschäftigen Treiben nach. Wir mittendrin, wie in einem orientalischen Märchen.

Unsere Tour

„Nur ein Tag für diese Riesenstadt- verflixt, wie kann man hier in der Kürze der Zeit das Maximale mitnehmen?“ Dachten wir uns, als wir noch mit den Füßen entspannt im Pool auf Bali baumelten. Wlan vorhanden? Jo. Na dann fix mal googeln. Im Netz der ungeahnten Möglichkeiten fand sich auch schnell eine tolle Option: Qatar Holidays offerierte spannende Tagestouren. Aus diversen Beiträgen und Rezessionen erfuhren wir, dass Hin- und Rücktransport vom und zum Flughafen hier inbegriffen waren. „Prima! Buchen we!“ dachten wir uns. Aber wo??? Wir schrieben eine Mail an die Kontaktadresse und warteten auf Rückmeldung, die dann auch vier Tage später kam mit dem Hinweis, man könne uns nicht weiterhelfen. Aber Fuchs der wir sind hatten wir uns parallel schon weiter schlau gemacht (nur nichts dem Zufall überlassen…) und im Netz (wo auch sonst?) herausgefunden, dass eine Buchung nur telefonisch über die Frankfurter Deutschlandzentrale möglich sei. Zur Buchung benötigte man die Buchungsnummer von Qatar Airways, die zunächst von den freundlichen Angestellten nicht gefunden wurde. Nach einigem Hin und Her bestätigte man uns die Reservierung mit dem Hinweis, wir würden dann noch abschließend eine Mail mit weiteren Infos aus Doha bekommen. Das war Donnerstag. Bis Freitagabend hatten wir noch immer keine Mail erhalten- aber das kannten wir ja jetzt. Dann ging es erst einmal ab in den Flieger. Samstag früh um 5.30 Uhr erreichten wir Doha. Niemand wusste was, jeder wusste nix. Eine Mail war auch noch nicht da. „Gehen Sie da rüber, da werden Sie dann bestimmt um acht abgeholt. “ Wir hingen in den Wartehallensitzen. 6.00 Uhr… 6.30 Uhr… 7.00 Uhr… 7.30 Uhr… 8.00 Uhr…. 8:15 Uhr… 8.30 Uhr…. nix. Nach einigem Herumgefrage und der freundlichen Unterstützung einer Flughafenangestellten dann die ernüchternde Nachricht: Freitag…. ist in Qatar FREItag. Quasi der Sonntag des Morgenlandes. Und wenn man Donnerstagnachmittag in Deutschland eine Reservierung nach Doha weiterleitet- wann kommt die dann wohl dort an? Dreimal darfst du raten….. 😛

Also merke:

Buche deine Tour auf jeden Fall mindestens 36 Stunden vorher, damit deine Anfrage rechtzeitig bearbeitet werden kann.

Buche sie telefonisch über Deutschland, denn Mailverkehr scheint nicht Qatar Holidays Stärke zu sein.

Und: Frag noch mal nach ob sie dort auch wirklich an Zeitverschiebung und Feiertage gedacht haben.

Für alle Minimalisten und Sparfüchse hier aber noch ein gesonderter Tipp:

Als spontanen Ersatz bot man uns eine rd. 4 Std. kostenlose Sightseeing Tour an. Diese kostenlosen Touren werden ebenfalls von Qatar Holidays exklusiv für Passagiere von Qatar Airways offeriert. Hierfür ist noch nicht einmal der Erwerb des rund 30 EUR teuren Visums nötig, was auf der anderen Seite natürlich auch zur Folge hat, dass die Gruppe mit Argusaugen zusammengehalten wird und sich am Flughafen die Bustüren erst öffnen, wenn der Qatar Airways Begleitservice zur Abholung bereit steht 😉 Um eine ersten Eindruck von der Stadt zu bekommen aber auf jeden Fall eine Top Sache- zumal wir einen super engagierten und gut Englisch und sogar auch Deutsch sprechendem Guide hatten! Absolut empfehlenswert!

Im Anschluss an die Tour sind wir zu Fuß vom Flughafen zum Museum of Islamic Art und zu Souq Waqif . Durchaus gut zu bewältigen. Für den abendlichen Rückweg haben wir uns dann aber doch träge ein Taxi genommen. Man muss ja schließlich nicht übertreiben… 😉

Geld und Währung

Bargeldversorgung- kein Problem. ATMs zum Geldabheben mit der Kreditkarte sind in gefühlt gleicher Verfügbarkeit wie in Deutschland vorhanden. EC Karten mit Maestro- oder Cirrus-Symbol sollten auch funktionieren- hier würde ich aber vorsichtshalber vor Reiseantritt noch einmal Rücksprache mit der Bank halten. Den aktuellen Wechselkurs findest du hier.

Zu guter letzt

So faszinierend und beeindruckend dieser Tag auch war: als Besucher von Katar sollte man dennoch nicht vergessen, dass sich hinter diesem schönen Schein eine riesengroße Business- Maschinerie verbirgt.

Unser Taxifahrer, ein vor zwei Monaten zugewanderte Inder, erzählte uns, dass er einen zweijährigen Arbeitsvertrag bekommen habe und nun zuerst seine Visagebühren, die sein Chef vorgestreckt hatte, abarbeite. Mit acht anderen Kollegen lebe er in einer von diesem gestellten Wohnung, vier Stunden Schlaf pro Tag, alles andere sei Arbeitszeit. Seine Familie dürfe er nur mit Genehmigung seines Chefs anrufen und das auch nur maximal jeden zweiten Tag für ein paar Minuten.

Was hiervon Übertreibung und was Tatsache ist- wir können es nicht sagen. Diese Story passt aber schon zu den aktuellen Debatten zum Thema Ausbeutung von Arbeitskräften auf Katars WM-Baustellen….

 

 

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