Bilderbummler testet: Ruhr Museum Zeche Zollverein

Unser erster Test für dich: das Ruhr Museum auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen.

Freunde von uns hatten uns Fotos von coolen Lichtinstalationen gezeigt- da wollten wir hin. Doch das Ganze erwies sich nicht als ganz einfach. Das Gelände der Zeche Zollverein ist riesengroß. Zielstrebig steuerten wir erst einmal den Parkplatz „C“ an. Über den geschotterten Platz folgten wir der Beschilderung zum Eingang. „Wir suchen hier ein Museum mit Lichtinstalationen“ „Hm. Also hier ist die Ausstellung zum 1. Weltkrieg. Wo hier Lichtinstalationen sein sollen, weiß ich nicht. Gehen sie mal da hinten über den Platz, dann über die Straße und da finden sie einen Infopunkt. Brauchen sie einen Regenschirm?“  Der Himmel zog sich zu. Dicke Tropfen begannen auf den unebenen Untergrund zu platschen. „Regenschirm? Wir sind doch nicht aus Zucker.“ Am Infopunkt angekommen suchten wir wie zwei begossene Pudel Unterschlupf unter dem Vordach. „Hm. Also Lichtinstalationen? Also dat wiat wohl dat Ruhr Museum sein, wasse da meinen. Da gehn se estma übba de Straße rübba und dann links halten und dann imma da gradeaus, dann sehn ses schon. Sie könn abba auch mit’m Auto rübbafahrn. Parkplatz A1 oder A2.“ Gesagt. Getan.

Am Eingang dann erneute Verwirrung. „Dauaaustellung? Oder wo wolln se hin?“ Keine Ahnung. Wo wollten wir hin? Nach einigem Hin und Her wussten wir: ins ganz normale Ruhr Museum wollen wir rein. Karten geholt bei einem sehr freundlichen Mitarbeiter übrigens und dann ab zum Eingang. Den freundlichen Mitarbeiter musste ich kurz erwähnen, weil uns am Eingang ein Pitbull erwartete. „Hönnse ma, also den Rucksack können se nich mitnehmen. Und die Stative es recht nich. Und de Tasche auch nich.“ „Da sind meine Wertsachen drin… Handy, Portemonnaie….“ „Könn se einschließen da unten“ An der Garderobe angekommen prangte uns ein großes Schild entgegen: „Bitte keine Wertsachen einschließen, wir übernehmen keine Haftung“ Na toll. Die wiederum freundliche Dame an der Garderobe meinte: „Klar können Sie die Tasche mitnehmen- die darf nur nicht größer als DIN A 4 sein.“ Und so stiefelten wir, Rucksack und Stative eingeschlossen, selbstbewusst mit Tasche am muffig dreinschauenden Pitbull vorbei.

Das Museum an sich bietet nur wenig Highlights zum Fotografieren zumal- wie wir gerade ja gelesen haben- weder Stativ noch Blitz erlaubt sind. Ansonsten jedoch gibt es eine Menge zu sehen. Besonders interessant natürlich für uns: die Fotoausstellung auf der ersten Etage. Abwärts gehts durch verschiedene Epochen mit Tierskeletten und sonstigen alten Funden aus dem Ruhrgebiet. Wirklich schön und spannend aufbereitet. Ein Highlight zum Schluss: die große Aussichtsplattform draußen. Sogar trotz bedecktem Himmel ein atemberaubendes Panorama. Rote Förder- und Kirchtürme lugten kilometerweit über Büschen und Baumwipfeln hervor.

Unser Fazit:

Das ganze Gelände der Zeche Zollverein: zu groß für nur einen Tag. Schon im Ruhr Museum kann der interessierte Besucher problemlos so manche Stunde verbringen. Dazu gibt es hier noch einen Denkmalpfad, ein Werksschwimmbad, das Industriemuseum und und und… wir haben noch nicht alles durchblicken können an diesem einen Tag. Bei gutem Wetter macht es sicherlich Sinn einfach mal gemütlich über das Gelände zu spazieren und sich treiben zu lassen. Für uns steht jedenfalls fest: wir kommen wieder!