Yangon – Mingalarba Myanmar

Unseren ersten und letzten Tag in Myanmar verbrachten wir in Yangon.

Übernachtet haben wir hier nur am letzten Tag, denn am ersten Abend zog es uns direkt mit dem Nachtbus weiter Richtung Bagan.

Diese letzte Nacht quartierten wir uns im Pyin Oo Lwin Guest House II ein.

„Hier soll es sein?“ Ungläubig sahen wir uns um. Der Taxifahrer fuhr mit quietschenden Reifen davon. Zwei Männer saßen auf den Stufen der vermeintlichen Herberge und kochten. Im Treppenhaus hing ein schäbiges Schild „Pyin Oo Lwin Guest House II, 4.Stock“ mit einem Pfeil nach oben. Zum Essensgeruch der beiden Hobbyköche mischte sich Kloakengestank. Mist. Der Taxifahrer war weg, unser Reiseführer bot wenig preisgünstige Alternativen, Internet? mal wieder Fehlanzeige. Also erst mal aufwärts und Lage checken. Die Luft war feucht, so dass es uns den Atem abschnitt. Mit unseren Rucksäcken bepackt quälten wir uns die vielen Stufen hinauf. „Das ist Taktik“ keuchte Miri „wenn du erst mal den ganzen Weg hier hoch gekrochen bist, gehste so schnell nicht mehr hinunter… dann bleibste, weil du froh bist, dass du dein Leben noch hast…“

Die Unterkunft

20 USD im klimatisierten Doppelzimmer mit WC und Dusche ohne Frühstück

Minus

  • schangelige Umgebung
  • stinkendes Treppenhaus
  • Lage im 4. Stock
  • nicht sehr freundliche Begrüßung
  • alles sehr dunkel
  • keine Frühstücksmöglichkeit

Plus

  • sehr zentrale Lage, fußläufig vom Sule Pagode und Maha Bandoola Park
  • sehr einfaches, aber saubere Zimmer mit einfacher Dusche und WC
  • guter Preis im Verhältnis zur Lage und sonstigen Unterkünften
  • Klimaanlage
Einfaches Zimmer mit einfachem WC und Dusche- für eine Nacht aber absolut ausreichend

Einfaches Zimmer mit einfachem WC und Dusche- für eine Nacht aber absolut ausreichend

Fazit: für eine Nacht absolut gut und ausreichend und für den Preis unschlagbar- für einen mehrtägigen Aufenthalt hätten wir uns aber wohl eher etwas Netteres gesucht.

Die Stadt

Yangon (oder auch Ragun/ Ragoon genannt) ist die ehemalige Hauptstadt von Myanmar und beherbergt heute rd. 5 Mio Einwohner. 2006 (sagt der Reiseführer, Wikipedia sagt 2005) wurde der Regierungssitz schließlich nach Naypyidaw verlegt. In ihrer nun rd. 800 Jahre langen Geschichte wurde sie mehrere Male durch Kriege und Naturkatastrophen zerstört. Noch heute sind Teile des alten kolonialen Stadtbildes aus Zeiten der Britischen Besetzung erhalten. Während das Straßennetz seinerzeit um die Sule Pagode als Mittelpunkt herum angelegt wurde, ist die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt die Shwedagon Pagode. Hierher zog es uns auch direkt an unserem Ankunftstag.

Unsere Highlights

Tatsächlich kann und sollte man, wenn man sich für all die Sehenswürdigkeiten, die Yangon zu bieten hat interessiert, definitiv mehr als zwei Tage hier verbringen. Wir haben unseren Schwerpunkt eher auf die ruhigeren Ecken des Landes gelegt und hatten noch dazu durch die Buspanne auf dem Weg nach Kalaw einen Tag verloren.

Daher gab es für uns in Yangon nur ein wirkliches Highlight, was es dafür aber in sich hat!

Die Shwedagon Pagode

Sie ist das Wahrzeichen der Stadt und gilt als das größte Heiligtum des Landes. Da ihre goldene Kuppel das höchste Bauwerk von Yangon ist, und dies auch bleiben soll, darf es keine anderen Häuser geben, die höher als sie gebaut werden.

Ihre Geschichte soll bereits auf die Zeit um 500 v.Chr. zurückreichen. Im Laufe der letzten 600 Jahre wurde sie immer weiter umbaut und vergrößert, bis sie schließlich 1773 ihre heutige Höhe von 107 Metern erreichte.

Wir kamen mittags an der Pagode an. Achtung: es gibt hier vier Eingänge- in jeder Himmelsrichtung einen. Beim Betreten des Geländes wirst du aufgefordert, deine Schuhe auszuziehen- wie übrigens in jedem Tempel und in jeder Pagode hier in Myanmar. Du solltest dir also entweder merken, wo du hergekommen bist, damit du hinterher deine Schuhe noch wieder findest, oder sie einfach mitnehmen.

Schuhe ausziehen ist Pflicht in jeder religiösen Stätte in Myanmar

Schuhe ausziehen ist Pflicht in jeder religiösen Stätte in Myanmar

Der Eintritt kostet 10 USD (Stand Februar 2014). Für den Fotoapparat wurde keine gesonderte Gebühr verlangt. Wenn du als Frau einen zu kurzen Rock trägst, wird man dir ein Tuch umbinden, auch bei ärmellosen T-Shirts wird man dich auffordern, deine Schultern zu bedecken.

Uns stand nur ein halber Tag hier zur Verfügung, du kannst hier aber problemlos den ganzen Tag verbringen. Das Gelände ist riesig und jeder Eingangsbereich sieht anders aus. Mal weitgezogen mit Läden und Händlern, mal mit in diesem Kontext seltsam aussehender Rolltreppe… es gibt überall etwas zu sehen. Die Besichtigung selbst solltest du im Uhrzeigersinn durchführen. Der Kreis gilt hier als Symbol der magischen Kraft. Wir haben das leider zu spät gelesen und sind natürlich gegen den Strom über das Gelände geschlendert… es hat uns auch nicht geschadet, aber wir dachten, wir sagen es dir mal vorher 😉

Die Shwedagon Pagode ist auf jeden Fall unser absolutes Yangon Highlight und unser Must-have-seen in dieser Stadt!

Der Südeingang wird von zwei 11 Meer hohem Löwen bewacht

Der Südeingang wird von zwei 11 Meer hohem Löwen bewacht, hier lässt es sich auch durchaus ein wenig im Schatten verweilen

Am besten folgst du bei deinem Rundgang dem Uhrzeigersinn

Am besten folgst du bei deinem Rundgang dem Uhrzeigersinn

Gold so weit man gucken kann... und Menschen auch. Trotzdem ist es ruhig und angenehm hier

Gold so weit man gucken kann… und Menschen auch. Trotzdem ist es ruhig und angenehm hier

Wenn du den Nats mitteilen willst, dass du einen guten Vorsatz gefasst hast, schlägst du drei Mal gegen eine Glocke. Um die Erdgeister zu benachrichtigen klopfst du dann noch einmal auf den Boden

Wenn du den Nats mitteilen willst, dass du einen guten Vorsatz gefasst hast, schlägst du drei Mal gegen eine Glocke. Um die Erdgeister zu benachrichtigen klopfst du dann noch einmal auf den Boden

Viele Mönche wirst du hier ebenfalls finden und feststellen, dass sie genauso viel fotografieren und Selfies machen, wie du auch

Viele Mönche wirst du hier ebenfalls finden und feststellen, dass sie genauso viel fotografieren und Selfies machen, wie du auch

Die weißen Elefanten beim Mindhama Hillock Garden

Wir hatten es in unseren allgemeinen Infos schon geschrieben: Die weißen Elefanten werden in unserem Reiseführer angepriesen und auch in einigen Berichten im Internet. Wir sagen: Finger weg!

Nachdem wir morgens als erste Besucher des Parks 20 Minuten Zeugen einer sinnlosen Elefanten Prügelattacke durch die Pfleger waren, sagen wir: so etwas darf man auf keinen Fall unterstützen! Von der überhaupt nicht artgerechten Haltung (den ganzen Tag an einer kurzen Fußkette angebunden auf der Stelle stehen) mal ganz zu schweigen.

Der Maha Bandoola Park

Nach der Pleite im Elefantenpark hatten wir wenig Lust auf noch weitere großartige Besichtigungen. Andy schlug sich zudem noch etwas mit einer Magen-Darm-Geschichte vom Vortag herum (kann hier halt vorkommen), also beschlossen wir es ruhig angehen zu lassen.

Wenn du die Ruhe der Shwedagon Pagode bereits genossen hast, kannst du das in Yangon auch ganz hervorragend im Maha Bandoola Park.

Laut Reiseführer mit Eintritt- wir mussten aber nirgends etwas zahlen. Direkt gegenüber der Sule Pagode, eingerahmt vom alten Gerichtsgebäude und der City Hall kannst du es dir auf dem Rasen bequem machen und einfach mal deine Seele in dieser sonst recht lauten Stadt baumeln lassen.

Fußläufig findest du ein Einkaufszentrum und diverse andere interessante Lädchen. Es lohnt sich, hier durch die Gegend zu bummeln.

Die Sule Pagode befindet sich im Zentrum Yangons und ist rund 46 Meter hoch

Die Sule Pagode befindet sich im Zentrum Yangons und ist rund 46 Meter hoch

Das Wasserspiel direkt davor bietet sich klasse an, um sich bei der Hitze etwas zu erfrischen

Das Wasserspiel direkt davor bietet sich klasse an, um sich bei der Hitze etwas zu erfrischen

Neben der Pagode findest du auch die City Hall von Yangon

Neben der Pagode findest du auch die City Hall von Yangon

...und am Ostausgang des Maha Bandoola Parks das imposante Gerichtsgebäude mit der Uhr, die wie Big Ben klingt

…und am Ostausgang des Maha Bandoola Parks das imposante Gerichtsgebäude mit der Uhr, die wie Big Ben klingt

Wenn wir hier schreiben „in dieser sonst recht lauten Stadt“ muss man dazu sagen: Yangon ist halt für myanmarische Verhältnisse eine Großstadt. Mit dem Lärm und der Hektik und auch den krassen Verkehrsverhältnissen anderer asiatischer Städte kannst du Yangon dennoch in keinster Weise vergleichen. Wenn du hier mal über die Straße willst, gelingt dir das in der Regel schnell und ohne gefühlten Einsatz deines Lebens 😉

Das Klima

Heiß war´s, aber dennoch echt angenehm. Wenn du natürlich barfuß durch die Pagoden läufst, wirst du schnell feststellen, dass die hellen Fliesen die sind, die deine Füße schonen. Und so kannst du durchaus beobachten, wie zur Mittagszeit der ein oder andere Tourist wie ein Reh von heller Fliese zu heller Fliese hüpft. An eine Kopfbedeckung solltest du unbedingt denken und eincremen kann sicherlich auch nicht schaden. Hier siehst du die aktuelle Klimatabelle für Yangon von klima.org.

Klimatabelle Yangon von klima.org

Klimatabelle Yangon von klima.org

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Wir haben uns vorgenommen, nach und nach kurze Berichte zu unseren einzelnen Stationen hinzuzufügen. Wenn du also noch mehr über Myanmar erfahren möchtest, dann freu dich auf:

Der Berg der Affen – die 777 Stufen des Mount Popa

Von Kalaw zum Inle Lake – eine Trekkingtour oder: wo bitte geht´s zur Schlange?

 

Unsere generellen Infos kannst du jetzt schon hier nachlesen

sowie unseren ersten Bericht:

Bagan- die Stadt der tausend Tempel

Eine Auswahl unserer Reisefotos findest du hier

 

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Du warst auch schon mal in Myanmar? Wie sind deine Erfahrungen und Eindrücke? Hast du Ergänzungen? Oder planst du eine Tour hierher und hast Fragen? Dann her damit in unsere Kommentare, wir freuen uns!