Morgens halb sechs in Deutschland… warum sich früh aufstehen für dich lohnen kann

In Träumst du schon oder trauerst du noch haben wir ja schon gesagt: oft liegt das Gute so nahe.

Gestern haben wir wieder mal das Gute in der Nähe gesucht und: sind fündig geworden. Auch daheim im Ruhrgebiet kann man schöne Fotos machen. Wir hatten uns vorgenommen, drei bis vier klasse Sonnenaufgangsfotos in den Kasten zu bekommen. Ob uns das gelungen ist? Was meinst du?

Auf was solltest du achten, wenn du dich auch auf den Weg zu deinem Sonnenaufgangsshooting machen willst?

1. Auskundschaften

Mach dich am besten vorher im Hellen mit dem Ort vertraut, an dem du das Foto machen möchtest. Um den besten Moment nicht zu verpassen, solltest du ca. eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang vor Ort sein. Dass heißt, es ist oft noch dunkel und du musst dich gegebenenfalls mit Stirnleuchte zurechtfinden.

2. Früh aufstehen

Wie gesagt: eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang solltest du am Start sein

3. Nimm ein Stativ mit

Die ersten Fotos wirst du vermutlich schon im Halbdunkeln machen. Grundsätzlich ist es gut, einen niedrigen ISO-Wert zu wählen, was mit langen Belichtungszeiten verbunden sein kann. Daher ist ein gutes Stativ unerlässlich. Damit beim Drücken des Auslösers nichts verwackelt, solltest du einen Fernauslöser dabei haben, oder aber den Selbstauslöser (ca. 5 Sekunden) nutzen.

Unsere Fotos haben wir zudem auf einer Brücke gemacht. Hier wackelt natürlich der Untergrund, wenn Autos vorbeifahren. In solchen Situationen macht es Sinn, vorher mal nach rechts und links zu gucken, ob da was anrollt, was zum Auslösezeitpunkt stören könnte.

4. Grauverlaufsfilter

Ein Grauverlaufsfilter ist oben grau und wird dann ab ca. der Mitte immer klarer. Gerade wenn das Sonnenlicht beginnt sehr grell zu werden, kann der Himmel deutlich heller sein, als der Vordergrund. Je nach Motiv kann es dann sinnvoll sein, mit dem Filter zu arbeiten. Hierzu richtest du den grauen Bereich über dem Himmel aus, den Verlaufsübergang auf den Horizont. Wir hatten gestern kein Motiv direkt vor unserer Nase, so dass es auch gut ohne ging. Notfalls kannst du den Kontrast im Nachgang noch mit einem Bildbearbeitungsprogramm entsprechend anpassen.

Sonnenaufgang am Kanal - Andy Lorenz Mai 15

Dieses Bild wurde ohne Grauverlaufsfilter aufgenommen.

Sonnenaufgang Ruhrgebiet - Miriam Brandt Mai 15

Dieses Bild entstand mit Grauverlaufsfilter, dem die entsprechenden Effekte zu verdanken sind.

5. Wissen wie ein Bild am besten wirkt

Was möchtest du mit deinem Bild aussagen? Was willst du in den Fokus rücken? Am harmonischsten wirkt ein Foto meistens, wenn du dich an die 1/3 Regel hältst, dass heißt, das entsprechende Motiv sollte sich ein Drittel des Weges von oben und von der Seite, oder von unten und von der Seite befinden.

Diese beiden Bilder sind ganz gute Beispiele dafür:

Da es hier um den Sonnenaufgangshimmel geht, wurde er ca. bis zum unteren Drittel des Bildes positioniert

Da es hier um den Sonnenaufgangshimmel geht, wurde er ca. bis zum unteren Drittel des Bildes positioniert

Da sich bei diesem Foto der den Sonnenaufgang spiegelnde Kanal wiederfinden sollte, wurde der Horizont etwa auf das obere Drittel ausgerichtet. Der Wasserverlauf beginnt so im unteren Drittel. An den Ecken haben wir bewusst den Schatten des Grauverlaufsfilters nicht geschnitten oder korrigiert, so dass ein dramatischerer Effekt entsteht

Bei diesem Foto sollte sich der den Sonnenaufgang spiegelnde Kanal wiederfinden. Der Horizont wurde etwa auf das obere Drittel ausgerichtet, der Wasserverlauf beginnt so im unteren Drittel. An den Ecken haben wir bewusst den Schatten des Grauverlaufsfilters nicht geschnitten oder korrigiert, so dass ein entsprechender Effekt entsteht

Nicht immer bringt die 1/3 Regel aber die gewünschte Spannung in dein Bild. Experimentiere einfach ein bisschen herum. Manchmal werden gerade die Bilder am besten, die aus der Norm fallen.

Tolle Tipps vom Profi findest du übrigens auch hier bei Demipress, wo Daniela und Uwe in ihrer Rubrik Foto Freitag verraten, wie sie so sensationelle Bilder machen!

6. Im Notfall: nachbearbeiten

Wir waren nie Freunde von allzu fotogeshoppten Bildern, besitzen auch keine entsprechende Software, sondern nutzen bislang nur Photo Scape und die gewöhnlichen Apple- Bildbearbeitungsmöglichkeiten. Dennoch muss man ehrlicherweise sagen: jeder tut´s. Das ist auch der Grund, warum wir uns momentan mit dem Gedanken tragen, Adobe Lightroom zu kaufen. Wie ärgerlich ist das denn bitte, wenn du ein richtig gutes Foto gemacht hast und dann daheim am PC feststellst, dass der Horizont nicht ganz gerade ist? Oder dass du da ein Haar oder einen Fleck auf der Linse hattest? Oder dass die Belichtung vielleicht doch etwas zu hoch gewählt war?

Auch unsere vier Fotos hier sind nachbearbeitet- wenn auch nur minimal. Außer Foto Nummer vier: da haben wir ein hässliches sich spiegelndes Geländer wegretuschiert. Wäre dir so nicht aufgefallen? Na zum Glück! 😉

Wie du siehst: wir sind auch nur Amateure. Daher freuen wir uns sehr, wenn du uns einen Kommentar mit deinen Ergänzungen oder Erfahrungen hinterlässt! Wäre klasse, wenn wir voneinander profitieren könnten!

Liebe Grüße

Foto 30.06.14 23 56 49

Andy, Miri und Skar